Indĭum

Indĭum

Indĭum In, Metall, findet sich in geringer Menge in manchen Zinkblenden (Freiberg, Breitenbrunn, Schönfeld) und in dem aus diesen gewonnenen Zink (Freiberger Zink bis 0,1 Proz.), im zinkischen Ofenbruch der Juliushütte bei Goslar, in Hüttenprodukten aus Rammelsberger Erzen, in manchem Wolfram und besonders im Galmei von Oneta (Bergamo). Zur Darstellung von I. löst man Freiberger Zink in verdünnter Schwefelsäure, läßt die Lösung mit überschüssigem Zink 36 Stunden stehen, erhitzt sie zum Sieden, wäscht den ausgeschiedenen Metallschwamm, löst ihn in Salpetersäure, verdampft die unfiltrierte Lösung mit überschüssiger Schwefelsäure zur Trockne, löst den Rückstand in Wasser, fällt aus der Lösung Eisen und I. mit Ammoniak, löst den ausgewaschenen Niederschlag in möglichst wenig Salzsäure, kocht die Lösung mit saurem schwefligsaurem Natron, wäscht das gefällte schwefligsaure I. mit heißem Wasser und fällt aus dessen Losung das I. durch Zink. I. ist weiß, glänzend, äußerst weich, sehr dehnbar, färbt auf Papier stark ab, spez. Gew. 7,42, bei 17°, Atomgewicht 114, schmilzt bei 176°, ist viel weniger flüchtig als Zink und Kadmium, hält sich in feuchter Luft unverändert, verbrennt beim Erhitzen an der Luft mit violettem Licht und bräunlichem Rauch zu Oxyd In2O3, löst sich schwierig in verdünnter Schwefelsäure und Salzsäure, leicht in Salpetersäure, wird aus seinen Salzen durch Zink und Kadmium gefällt, bildet mit Sauerstoff ein schwarzes, pyrophorisches Suboxyd (Indiumoxydul) InO und gelbes, in der Glühhitze rotbraunes, bei Weißglut unschmelzbares Indiumoxyd In2O3 vom spez. Gew. 7,18. Die Indiumsalze sind farblos, wenn ihre Säure ungefärbt ist, meist in Wasser löslich, schwer kristallisierbar, schmecken unangenehm metallisch, färben die Flamme blauviolett und geben zwei charakteristische indigblaue Linien im Spektrum (daher der Name des Metalls). Aus ihren Lösungen fällt Kalilauge weißes, gallertartiges Indiumhydroxyd In2H6O6, kohlensaure Alkalien geben ebenfalls einen weißen Niederschlag; Schwefelwasserstoff fällt aus neutralen und aus stark verdünnten, schwach sauren Lösungen gelbes Indiumsulfhydrat, das beim Trocknen in braunes Sulfid In2S3 übergeht. Indiumtrichlorid InCl3 entsteht beim Erhitzen von I. oder von Indiumoxyd mit Kohle im Chlorstrom, sublimiert, ohne zu schmelzen, in weißen, sehr hygroskopischen Nadeln. Indiumdichlorid InCl2 entsteht beim Erhitzen von I. im Chlorwasserstoff, bildet farblose Kristalle, ist in der Wärme sehr beständig. gibt mit Wasser I. und Trichlorid. I. reiht sich im natürlichen System dem Aluminium und Gallium an und bildet z. B. einen Indiumammoniumalaun In2(SO4)3(NH4)2SO4+24H2O. Es wurde 1863 von Richter und Reich in Freiberger Zinkblende entdeckt.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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