Kaiser Wilhelm-Akademie

Kaiser Wilhelm-Akademie

Kaiser Wilhelm-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen in Berlin, 1795 unter der Bezeichnung Pepinière auf Anregung des Generalstabschirurgen, spätern Generalstabsarztes der Armee, Görcke (gest. 1822 in Sanssouci) gegründete Anstalt zur Heranbildung von Sanitätsoffizieren. Ihre Lehranstalten und Einrichtungen (unter andern Charitékrankenhaus, Anatomie, botanischer Garten) wurden nach Errichtung der Berliner Universität (1809) mit dieser verschmolzen. 1811 wurde die Anstalt durch die medizinisch-chirurgische Akademie für das Militär erweitert und erhielt 1818 die Bezeichnung medizinisch-chirurgisches Friedrich Wilhelms-Institut. Fortan bestanden beide Bildungsanstalten nebeneinander mit dem Unterschiede, daß die Studierenden der Akademie für die während des Studiums genossenen Vorteile die gleiche Zeit, die Studierenden des Instituts doppelt so lange im Heer als Ärzte zu dienen hatten. Bei Gelegenheit der Feier des 100jährigen Bestehens des Instituts wurden durch Kabinettsorder beide Anstalten 3. Dez. 1895 als K. vereinigt, die Zahl ihrer Studierenden vermehrt und die Dienstzeit für alle gleichmäßig auf das Doppelte der Studienzeit festgesetzt. Die Anstalt hat den Zweck, Ersatz für das Sanitätsoffizierkorps heranzubilden, und gewährt auf Staatskosten vollständiges Studium der Medizin an der Berliner Universität, außerdem die für den Militärsanitätsdienst speziell erforderliche Ausbildung (Kriegschirurgie, Instruktion über militärärztliche Verhältnisse, Rekrutierung, Invalidisierung, Militärhygiene, Reiten etc.) und besitzt für diese Zwecke ein eignes hygienisches, chemisches und ein physikalisches Laboratorium sowie reichhaltige (kriegschirurgische, Instrumenten-, Modell-, anatomische etc.) Sammlungen. Der Unterricht in diesen sowie die Abhaltung von Wiederholungskursen liegt kommandierten Sanitätsoffizieren ob. Nach 41/2jähriger Studienzeit werden die Studierenden als Unterärzte im Heere mit den etatmäßigen Kompetenzen angestellt, ein Teil außerdem sofort zum Charitékrankenhause kommandiert. Ausnahmebestimmungen von der Direktion (Berlin W., Friedrichstr. 140) zu beziehen. Vgl. Schickert, Die militärärztlichen Bildungsanstalten (Festschrift, Berl. 1895).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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