Thomsensche Krankheit

Thomsensche Krankheit

Thomsensche Krankheit (Myotonia congenita intermittens), tonische Krämpfe in willkürlich beweglichen Muskeln infolge von ererbter Disposition, tritt gewöhnlich in frühester Jugend, ausnahmsweise zur Pubertätszeit und viel häufiger beim männlichen als beim weiblichen Geschlecht auf. Durch jede einigermaßen energische Willkürbewegung werden schmerzlose tonische Muskelkontraktionen ausgelöst, die nicht durch einen Willensakt rasch zu beseitigen sind. Setzt der Kranke aber die Bewegungen eine Zeitlang fort, so gehen sie leichter, schließlich ganz frei von statten. Ermüdung, Kälte, Krankheit, Schreck, Befangenheit verschlimmern die Anfälle, leibliche und geistige Ruhe, zuweilen auch mäßige Arbeit schaffen Erleichterung. Das Leiden ist unheilbar, doch kommen im Verlauf der Jahre Schwankungen in der Form vor. Vgl. Erb, Die T. K. (Leipz. 1886).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Thomsensche Krankheit — (Myotonia congenita), tonische Krämpfe, die in den Muskeln bei beabsichtigten Bewegungen eintreten, wodurch die gewollte Bewegung verzögert, zum Teil unmöglich wird; angeboren …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Erb — Erb, Wilhelm Heinrich, Mediziner, geb. 30. Nov. 1840 zu Winnweiler in der bayrischen Pfalz, studierte seit 1857 zu Heidelberg, Erlangen, München, wurde 1862 Assistenzarzt der medizinischen Klinik in Heidelberg, habilitierte sich 1865 daselbst für …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Motilitätsneurosen — Motilitätsneurosen, funktionelle Erkrankungen der motorischen Abschnitte des Nervensystems. Die motorische Funktion kann entweder abnorm gesteigert (Hyperkinese) oder herabgesetzt, selbst aufgehoben sein (Akinese). Zu der ersten Gruppe gehören:… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

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