Fritfliege

Fritfliege

Fritfliege (Gerstenfliege, Oscinis Frit L., s. Tafel »Landwirtschaftliche Schädlinge I«, Fig. 12), Zweiflügler aus der Ordnung der Fliegen, 1,7 mm lang, mit quergestelltem Kopf, sehr breiter Stirn und kneteartig gebogener Fühlerborste, glänzend schwarz, mit Ausschluß des Endgliedes, gelben Hinter- und braungelben Vordertarsen und glashellen Flügeln. Die Larven sind 3–4 mm lang, walzenförmig, mit spitzem Kopfende und zwei kleinen, warzenartigen Erhebungen am letzten Leibesringe, hellgelblich glänzend und verwandeln sich in zuletzt dunkelbraune Tönnchenpuppen. Die ausfliegenden Weibchen legen ihre Eier im August bis Anfang September an die Wintersaat, die Larven dringen hier zwischen den Blattscheiden bis tief an den Wurzelknoten, zernagen die jüngsten Blättchen und die Terminalknospe, wodurch die Pflanze getötet wird. Bei üppiger Vegetation und nicht zu großer Anzahl von Larven dringt die Zerstörung nicht so weit vor. Die Ende April oder Anfang Mai erscheinenden Fliegen legen ihre Eier an die Sommersaat, auch an noch gesunde Winterungspflanzen. Eine dritte Generation, die spätestens Mitte Juli erscheint, befällt die Ähren und Rispen von Gerste und Hafer, die Larven fressen die Körner aus, die nach dem Reisen eine leichte Ware (schwedisch »frit«) liefern. Die F. hat in Schweden und Oberösterreich oft Schaden angerichtet. Die kleine F. (Haferfliege, O. pusilla Meig.), kleiner als die vorige, vorherrschend dunkel gefärbt, fliegt nur 2 cm weit, zerstört im Herbst den Roggen, indem die Larve im Halm nagt, und überwintert als Puppe im Roggen. Die Frühjahrsgeneration befällt auch Weizen, Gerste, Hafer und wildwachsende Gräser, ist aber weniger schädlich. Die Larve der Sommergeneration lebt im Juli und August in Haferähren, vereinzelt in Sommerweizen. In Österreichisch-Schlesien, Mähren, Galizien, Böhmen, Ungarn, auch in einem Teil Deutschlands hat die kleine F. in den letzten Jahren großen Schaden angerichtet. Sehr stark befallene Felder, die keine Ernte erwarten lassen, muß man zu der Zeit umpflügen, wo die Larve oder die Puppe sich noch in den Pflanzen befindet. Wo die F. im Sommer bemerkt wurde, darf die Wintersaat erst vom 20. Sept. an vorgenommen werden. Vgl. Wilhelm, Die Haferfliege und die Mittel zu ihrer Bekämpfung (Leipz. 1891); Rörig, Anleitung zur Erkennung u. Bekämpfung der F. (Flugblatt Nr. 9 des Gesundheitsamtes).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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