Freie Künste

Freie Künste

Freie Künste (Artes liberales, ingenuae oder bonae), bei den Römern die Kenntnisse und Fertigkeiten, die man des freien Mannes für würdig hielt, im Gegensatze zu den unfreien, von Sklaven betriebenen niedern Beschäftigungen. Sie bildeten nach der landläufigen Ansicht des spätern griechisch-römischen Altertums den »Kreis der höhern Erziehung (enkyklios paideia)«. Seit Marcianus Capella (um 400 n. Chr.) galt allgemein die Siebenzahl der freien Künste: Grammatik, Dialektik, Rhetorik; Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie. Das ganze Mittelalter hielt an ihr fest. Ihm entstammen die Gedächtnisverse: Gram. loquitur, Dia. vera docet, Rhe. verba colorat; Mus. canit, numerat Ar., Geo. ponderat, Ast. colit astra. Die drei ersten bildeten das Trivium und wurden in den danach benannten Trivial- oder Elementarschulen gelehrt, die vier letztern, die nur in höhern Lehranstalten vorgetragen zu werden pflegten, das Quadrivium. Die freien Künste wurden vollzählig in der untern oder Artistenfakultät der mittelalterlichen Universitäten, der heutigen philosophischen, gelehrt, daher die höchste Ehrenstufe in dieser die des Magister artium liberalium war. Noch heute wird dieser Titel an ältern Universitäten den Doktoren der philosophischen Fakultät nebenher beigelegt.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Freie Künste — Freie Künste, aus den Zeiten des Mittelalters zum Unterscheiden von den zunftmäßigen Handwerken so benannt, zu denen selbst Malerei und Dichtkunst gehörten. Es gab sieben freie Künste: Grammatik, Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie,… …   Damen Conversations Lexikon

  • Freie Künste — (artes liberales, ingenuae), soviel wie schöne Künste; bei den Alten diejenigen Wissenschaften u. Beschäftigungen, die sich für Freie ziemten; später die Künste im Gegensatz zu den zunftmäßigen Gewerken. Als die 7 s. K. galten: Grammatik,… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Freie Künste — Freie Künste, 1) (Artes liberales), bei den Römern diejenigen Kenntnisse u. Fertigkeiten, welche man eines freien Mannes würdig hielt, im Gegensatz zu den von Sklaven betriebenen, mehr mechanischen Beschäftigungen (Artes illiberales). Man… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Freie Künste — (Artes liberāles, ingenŭae oder bonae), bei den Alten diejenigen Kenntnisse und Fertigkeiten, die man eines freien Mannes würdig erachtete, im Gegensatz zu den meist mechan. Beschäftigungen der Sklaven. Im Mittelalter zählte man gewöhnlich sieben …   Kleines Konversations-Lexikon

  • freie Künste: Bildung im Mittelalter —   Die »freien Künste«, im Lateinischen »Artes liberales«, sind ein Kanon von theoretischen Wissenschaften, die während des Mittelalters als Grundlage für die Erforschung und Erklärung der Welt angesehen wurden. Dieser Kanon, in dem das Wissen der …   Universal-Lexikon

  • Freie Künste — Septem artes liberales aus Hortus Deliciarum der Herrad von Landsberg (um 1180) Die Sieben freien Künste (lat. septem artes liberales, seltener auch studia liberalia) sind ein in der Antike entstandener Kanon von sieben Studienfächern, d …   Deutsch Wikipedia

  • Sieben freie Künste — Sieben freie Künste, s. freie Künste …   Herders Conversations-Lexikon

  • sieben freie Künste — sieben freie Künste,   die Artes liberales …   Universal-Lexikon

  • 7 freie Künste — Septem artes liberales aus Hortus Deliciarum der Herrad von Landsberg (um 1180) Die Sieben freien Künste (lat. septem artes liberales, seltener auch studia liberalia) sind ein in der Antike entstandener Kanon von sieben Studienfächern, d …   Deutsch Wikipedia

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