Gähnen

Gähnen

Gähnen, krampfhafte Bewegung der Gesichtsmuskeln, mit Abziehung des Unterkiefers, weiter Öffnung des Mundes, tiefer, nicht selten seufzender Einatmung und darauf folgender, ebenfalls oft tönender Ausatmung. Ermüdung des Nervensystems, Hunger, Krankheit (Migräne, das Herannahen einer Ohnmacht oder eines Krampfanfalles), aber auch eine gewisse Ideenassoziation beim Anblick eines Gähnenden, oder wenn vom G. gesprochen wird, rufen G. hervor. Bei Blutarmut, Nervenschwäche, Hysterie, Gehirnkrankheiten etc. kommen Gähnkrämpfe vor, die aus vielen rasch aufeinander folgenden Gähnakten bestehen.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Gähnen — (Selbstportrait von Joseph Ducreux, ca. 1783) …   Deutsch Wikipedia

  • gähnen — gähnen: Mhd. genen, ginen, ahd. ginēn »den Mund aufsperren, gähnen«, aengl. ginian, gionian »den Mund aufsperren, gähnen« (engl. to yawn) stehen neben einem im Dt. untergegangenen starken Verb aengl. tōgīnan »sich spalten, sich auftun«, aisl.… …   Das Herkunftswörterbuch

  • gähnen — Vsw std. (8. Jh.), mhd. genen, ginen, geinen, ahd. ginēn, ginōn, as. ginon Stammwort. Verschiedene Bildungen, die auf einem Nasalpräsens von einer Grundlage g. * gei beruhen. Vgl. als starkes Verb anord. gína, ae. gīnan; als schwaches Verb ae.… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Gähnen — Gähnen, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und von derjenigen unwillkührlichen Aufsperrung des Mundes gebraucht wird, welche eine Wirkung der Schläfrigkeit und langen Weile ist, und von der allzu langsamen Bewegung des… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Gähnen — Gähnen, Befriedigung einer instinctmäßigen Naturforderung eines Zustandes fühlbarer Ermattung mit weit geöffnetem Munde, gehobenem Gaumensegel, erweiterter Stimmritze u. Brust, dem bisweilen ein langsames Ausathmen folgt. Das G. hat auf Umlauf u …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Gähnen — Gähnen, ist ein tiefes, lange gezogenes Einathmen mit gleichem od. kurzem Ausathmen durch den weit geöffneten Mund, wobei die Natur mittelst der starken u. vollen Ausdehnung der Athmungsorgane den Blutlauf in den Lungen zu beschleunigen strebt.… …   Herders Conversations-Lexikon

  • gähnen — V. (Mittelstufe) vor Müdigkeit den Mund weit öffnen Beispiel: Das Publikum gähnte vor Langeweile …   Extremes Deutsch

  • gähnen — gäh|nen [ gɛ:nən] <itr.; hat: 1. vor Müdigkeit oder Langeweile den Mund weit öffnen und dabei tief atmen: er gähnte laut, herzhaft; sie musste vor Müdigkeit gähnen. 2. (geh.) sich in eine große Tiefe o. Ä. hinein öffnen: ein Abgrund gähnte vor …   Universal-Lexikon

  • Gähnen — 1. Man kann lange gähnen, ehe einem eine gebratene Taube ins Maul fliegt. Dän.: Man skal længe gabe, før en stegt due flyver en i munden. (Prov. dan., 211.) 2. Wenn einer gehnet, so gehnen sie alle. – Henisch, 1438; Simrock, 2982; Kirchhofer, 141 …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • gähnen — 1. (südd.): gienen. 2. klaffen, offen sein, offen stehen; (ugs.): auf sein, aufstehen. * * * gähnen:⇨klaffen gähnenklaffen,offensein,aufstehen,offenstehen;ugs.:aufsein …   Das Wörterbuch der Synonyme

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