Altersschwäche

Altersschwäche

Altersschwäche (griech. Marasmus, lat. Involutio senilis, Senilität, Seneszenz), ein Zustand, in den alle organischen Wesen verfallen, wenn sie sich dem höchsten Maß ihrer natürlichen Lebensdauer nähern und die Ernährungsprozesse versagen. Die A. beginnt beim Menschen in ihren ersten Spuren schon Anfang der 40er, zuweilen noch zeitiger. Die typische Alterserscheinung ist die Arteriosklerose. Von ihr hängen die meisten Symptome der A. ab, da mit der Erschwerung der Zirkulation die Ernährung der Gewebe Not leidet. Die Akkommodationsfähigkeit der Augen kann schon Mitte der 30er Jahre abnehmen. Gleichfalls früh ergrauen die Haare, namentlich der Schläfengegend und bei dunkelhaarigen Personen. Das Fettpolster schwindet, die Haut wird welker, bekommt Runzeln, einzelne Stellen werden leicht bräunlich gefärbt. Später verlieren die Muskeln an elastischer Wirkung, die Beine werden ungelenk, der Rücken steif. Im hohen Alter werden die Knochen dünner. Die Hornhaut zeigt den Altersring; zuweilen verdickt sich das Trommelfell, es verwachsen die Gehörknöchelchen, und es entsteht ein gewisser Grad von Taubheit. Die Schärfe und Schlagfertigkeit des Geistes nimmt bei den meisten Personen ab; viele alte Leute werden redselig, etliche geradezu kindisch oder völlig schwachsinnig. Herz und Leber verfallen einer regelmäßigen Verkleinerung mit Bildung braunen Farbstoffes in ihrem Gewebe (braune Atrophie). Die Milz schrumpft, ebenso die Nieren (Granularatrophie), das Gehirn wird derber, seine nervöse Substanz nimmt ab auf Kosten der bindegewebigen Gerüstmasse, und so entsteht mit zunehmendem Alter eine Summe von Störungen, die vereint schließlich ohne Krankheit oder äußern Anstoß zum Tode führt.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Altersschwäche — Altersschwäche, Marasmus, die durch das Greisenalter verursachte Abnahme der körperlichen und seelischen Verrichtungen, äußert sich durch Hinfälligkeit und Entkräftung, Schwäche der Sinne und der Verdauungsorgane, Atmungsbeschwerden, Schwinden… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Altersschwäche — Klassifikation nach ICD 10 R54 Senilität: Altersschwäche …   Deutsch Wikipedia

  • Altersschwäche — Ạl|ters|schwä|che 〈f. 19; unz.〉 die in höherem Alter auftretende Abnahme der körperl. u. geistigen Kräfte; Sy Senilität * * * Ạl|ters|schwä|che, die: das ↑ Altersschwachsein (a, b). * * * Altersschwäche,   meist im höheren Lebensalter… …   Universal-Lexikon

  • Altersschwäche — Ạltersschwäche vgl. Marasmus …   Das Wörterbuch medizinischer Fachausdrücke

  • Altersschwäche — Ạl|ters|schwä|che …   Die deutsche Rechtschreibung

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  • Sterben — Ableben; Lebensende; Abschied; Exitus; Tod * * * ster|ben [ ʃtɛrbn̩], stirbt, starb, gestorben <itr.; ist: 1. aufhören zu leben: sie ist plötzlich gestorben; er ist an Krebs gestorben; einen langsamen, qualvollen Tod/(geh.:) eines langsamen… …   Universal-Lexikon

  • sterben — von uns gehen; zu Ende gehen; ins Gras beißen (umgangssprachlich); verenden; entschlafen; davongehen; den Löffel abgeben; abnippeln (umgangssprachlich); das Zeitliche segnen …   Universal-Lexikon

  • Alterungsprozeß — Alterung bzw Altern steht für: einen biologischen Prozess bei Lebewesen, siehe Biogerontologie einen biologischen Prozess beim Menschen, siehe Gerontologie Korrosion in der Chemie Versprödung von Gummi Versprödung durch Aushärten oder Bildung von …   Deutsch Wikipedia

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