Moretto da Brescia

Moretto da Brescia

Moretto da Brescia, eigentlich Alessandro Bonvicino, genannt M., ital. Maler, geb. 1498 in Brescia, gest. daselbst 22. Dez. 1555, war Schüler des Fioravante Ferramola in Brescia, erhob sich aber durch selbständiges Studium nach Tizian, Romanino und Raffael zu edler Eigentümlichkeit und war bereits 1516 als Künstler tätig. In seinen Werken vereinigt er seelenvollen Ausdruck, freie und anmutige Haltung mit großer Frische und Zartheit des Fleischtons, einer silbernen Färbung und einem anmutigen Spiel von Hell und Dunkel. Besonders charakterisieren seine Bilder helle Hintergründe, aus denen die Figuren dem Beschauer mit vollem Leben entgegentreten, und die geschickte Nachahmung von Atlas, Samt, Gold- und Silberstoffen. Seine zahlreichen kirchlichen Bilder zeugen von tief religiösem Gefühl. Die vorzüglichsten besitzt des Künstlers Vaterstadt Brescia. In der Kirche San Clemente befindet sich ein großes Altarbild, die Heiligen Klemens, Dominicus und Florian, Katharina und Magdalena, darüber inmitten eines Chors von Engeln Maria mit dem Kinde darstellend, und in San Nazaro e Celso eine Himmelfahrt Mariä. Ein Hauptwerk Morettos, die einem Hirtenknaben erscheinende Madonna, befindet sich in der Kirche zu Paitone in der Provinz Brescia. Außerdem besitzen treffliche Bilder Morettos das Kaiser Friedrich-Museum in Berlin (Maria und die heil. Elisabeth mit dem Jesuskind und dem heil. Johannes, darunter zwei Geistliche knieend), das Städelsche Institut in Frankfurt a. M. (eine Madonna auf dem Throne zwischen St. Antonius und St. Sebastian, und die vier lateinischen Hauptkirchenväter auf den Stufen des Thrones der Maria mit dem Jesuskind), die Brera in Mailand, das Hofmuseum in Wien (die heil. Justina, ein Hauptwerk des Meisters), die Eremitage in St. Petersburg und das Louvre in Paris. M. hat auch Bildnisse von gleicher Größe der Auffassung und Kraft des Kolorits gemalt. Vgl. Molmenti, Il M. da Brescia (Flor. 1898); »L'opera del M.« (2. Aufl., Brescia 1899, mit 40 Tafeln).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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