Leibgedinge

Leibgedinge

Leibgedinge (Leibgut, Leibrente, Leibzucht, Dotalium oder Doalium. Vitalitium), eine für das Leben eines Menschen bedungene Nutznießung, besonders das der Ehefrau von dem Ehemann angewiesene Grundvermögen, das sie nach seinem Tode zum lebenslänglichen Genuß haben soll. Mitunter wird auch das Wittum (s. d.) als L. bezeichnet. Auch bei Gutsabtretungen unter Lebenden pflegen sich Gutsübergeber ein L. vorzubehalten. Dies geschieht durch den sogen. Leibgedingsvertrag. Art. 96 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch hat die Regelung des in Verbindung mit einem Gutsübergabevertrag vorkommenden Leibgedings-, Leibzuchts-, Altenteils- oder Auszugvertrags dem Landesrecht überlassen. Demgemäß ist dieser häufig vorkommende Vertrag durch die Ausführungsgesetze geregelt, und zwar als eine Art Leibrentenvertrag nach Vorbild der § 759–761 des Bürgerlichen Gesetzbuches über die Leibrente. Vgl. auch Altenteil.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Leibgedinge — Leibgedinge, 1) (Dotalitium), ein von dem Ehemann der Ehefrau zu dem Zwecke gewidmeter Vermögenstheil, um der Ehefrau für ihr in die Ehe gebrachtes Heirathsgut nach dem Tode des Mannes eine lebenslängliche Versorgung zu verschaffen. Im… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Leibgedinge — Leibgedinge, Leibgut, Leibzucht, Nutznießung, Rente etc., insbes. das einer Witwe zustehende Recht auf eine lebenslängliche Rente aus den Gütern ihres verstorbenen Mannes, im Gegensatz zu dem mit ihrer Wiederverheiratung erlöschenden Wittum …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Leibgedinge — Leibgedinge, siehe Withum …   Damen Conversations Lexikon

  • Leibgedinge — Sn Unterhalt auf Lebenszeit (etwa für Witwen) per. Wortschatz fach. (13. Jh.), mhd. līpgedinge Einkommen auf Lebenszeit Stammwort. Zu Leib in der Bedeutung Leben und gedinge Versprechen (dingen). ✎ LM 5 (1991), 1848. deutsch s. Leib, s. dingen …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Leibgedinge — Ein Leibgedinge (auch: Leibzucht) ist die Verpflichtung, Naturalleistungen wie Wohnung, Nahrungsmittel, Hege und Pflege gegenüber einer Person bis zu deren Ableben zu erbringen, die meist bei Hofübergaben in der Landwirtschaft zwischen Übergeber… …   Deutsch Wikipedia

  • Leibgedinge — Leib|ge|din|ge 〈n. 13〉 Leibrente [<Leib in der alten Bedeutung „Leben“] * * * Leibgedinge,   Leibzucht, 1) Altenteil; 2) mittelalterliches deutsches Rechtsinstitut, demzufolge dem Berechtigten Besitz und Nutzung an Liegenschaften (auch an… …   Universal-Lexikon

  • Leibgedinge, das — Das Leibgedinge, des s, plur. ut nom. sing. das Gedinge, d.i. bestimmter ausbedungener und verglichener Unterhalt auf Lebenszeit, von Leib, so fern es ehedem das Leben bedeutete; da denn dieses Wort von verschiedenen solcher Anstalten gebraucht… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Sächsisches Leibgedinge — Sächsisches Leibgedinge, s.u. Witthum …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Leibgeding — (s. ⇨ Leibgut). 1. Leibgedinge folgt dem Manne nicht. – Graf, 134, 102. Bezieht sich auf eine Bestimmung im Kaiserrecht, wonach der Frau das Leibgedinge so bestellt werden kann, dass es ihr »ewiglich« verbleibt; dann folgt es freilich nach dem… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Herzogtum Glogau — Das Herzogtum Glogau entstand 1251 bei der Teilung des Herzogtums Schlesien unter den Schlesischen Piasten. 1331 eignete es sich der böhmische König Johann von Luxemburg an, wodurch es als erstes der schlesischen Fürstentümer bis 1344 unmittelbar …   Deutsch Wikipedia

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