Geestemünde

Geestemünde

Geestemünde (vgl. den »Stadtplan von Bremerhaven«), Hafenort und Kreishauptort im preuß. Regbez. Stade, der bedeutendste Fischereihafen und Hauptfischmarkt Deutschlands, an der Mündung der Geeste in die Weser, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien G.-Hannover, G.-Bederkesa, G.-Kuxhaven und G.-Stade, ist durch eine Dampferfähre auch mit dem am linken Weserufer liegenden Nordenham verbunden, liegt südlich bei Bremerhaven, von dem es durch die Geeste getrennt ist, hat 2 evang. Kirchen, Synagoge, Reformrealgymnasium, Realschule, höhere Mädchenschule, Navigationsschule, Seemaschinistenschule, Handelsschule, Amtsgericht mit Strafkammer, Hauptzollamt, Handelskammer, Reichsbanknebenstelle, Seemannsamt, Hafenamt, Strandamt, Kommandantur, Fortifikation, Artillerie- und Minendepot, Lotsenkommando, mehrere Konsulate fremder Länder, 3 Schiffswerften mit großen Trockendocks, Dampfkessel- und Maschinenfabriken, Eisengießerei, Netz- und Segelmacherei, Schiffszwiebackfabrik, Seilerei, Holzindustriewerke, Petroleumanlagen, Hochseefischerei, Fischräuchereien, Marinieranstalten, bedeutenden Seefischhandel und (1900) 20,116 Einw., davon 1295 Katholiken und 133 Juden. G. verdankt sein Aufblühen den 1857–63 erbauten Hafenanlagen, bestehend aus dem 538 m langen, 117 m breiten Handelshafen, dem 234 m langen, 44 m breiten Petroleumhafen, dem Querkanal und dem Holzhasen. Dazu kam 1891–96 der Hochseefischereihafen von 1200 m Länge, 80 m Breite und bei Niedrigwasser 4,4 m Tiefe, mit seinen 630 m langen Fischhallen, Eisschuppen, Packhallen etc. Die hier abgehaltenen Fischauktionen gaben 1903 einen Ertrag von 5,100,213 Mk. bei einer Gewichtsmenge von 25,211,000 kg (vgl. Fischerei, S. 619, und Fischtransport, S. 627). Alle diese Hafenanlagen nebst denen zu Bremerhaven stehen unter dem Schutze bedeutender Festungswerke an der Wesermündung. Die Reederei zählte 1902: 87 Seeschiffe, davon 53 Dampfschiffe (43 Fischereidampfer). In den Hafen liefen 1903 ein: 4855 Schiffe (darunter 2024 Fischereidampfer) mit 575,366 Reg. – Ton. Raumgehalt; es liefen aus: 4858 Schiffe (darunter 2020 Fischereidampfer) zu 573,812 Reg. – Ton. Raumgehalt. Unter den Einfuhrartikeln nehmen Petroleum, Reis, Holz, Baumwolle, Getreide, Schiffsausrüstungsgegenstände etc. eine hervorragende Stelle ein. – Der neuerliche Aufschwung der mit Dampfern betriebenen Hochseefischerei von G. ist wesentlich mit zu verdanken dem verstorbenen Reeder Friedrich Busse (s.d.).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

Игры ⚽ Нужно решить контрольную?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Geestemünde — Stadt Bremerhaven Koordinaten …   Deutsch Wikipedia

  • Geestemünde — Geestemünde, Hafenort links an der Mündung der Geeste, im Amt Lehe des hannöverischen Herzogthums Bremen, der 1847 zum Freihafen erklärt wurde u. wegen der Einrichtungen, welche Hannover dort zu treffen beabsichtigt, so wie wegen seiner günstigen …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Geestemünde — Geestemünde, Kreisstadt im preuß. Reg. Bez. Stade, gegenüber von Bremerhaven, an der Mündung der Geeste in die Weser, (1900) 20.116 E., Amtsgericht, Seemannsamt, Kommandantur, Handelskammer, Artillerie und Minendepot; Hafen, Schiffswerfte,… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Geestemünde (1975) — Geestemünde Die Geestemünde in Bremerhaven p1 …   Deutsch Wikipedia

  • Geestemünde (Begriffsklärung) — Geestemünde bezeichnet einen Stadtteil im Stadtbezirk Süd der Stadtgemeinde Bremerhaven, siehe Geestemünde einen ehemaligen Landkreis in der preußischen Provinz Hannover, siehe Landkreis Geestemünde ein Fahrgastschiff der Weserfähre GmbH, siehe… …   Deutsch Wikipedia

  • Landkreis Geestemünde — Basisdaten Preußische Provinz Hannover Regierungsbezirk Stade Kreisstadt Geestemünde Fläche 629,36 km² (1910) Einwohner 51.002 (1910) …   Deutsch Wikipedia

  • Kreis Geestemünde — Basisdaten ehem. preußische Provinz: Hannover ehem. Regierungsbezirk: Stade ehem. Kreisstadt: Geestemünde Fläche: 629,87 km² (1900) Einwohner: 41.906 (1900) …   Deutsch Wikipedia

  • Hl. Herz Jesu (Geestemünde) — Herz Jesu Kirche, Turmfront (Nordseite) Die Kirche Hl. Herz Jesu ist die römisch katholische Pfarrkirche des Bremerhavener Stadtteils Geestemünde. Die neugotische Hallenkirche wurde 1910/11 nach Plänen von Heinrich Flügel erbaut und …   Deutsch Wikipedia

  • Evangelisch-lutherische Marienkirche (Bremerhaven-Geestemünde) — Ev. luth. Marienkirche in Bremerhaven …   Deutsch Wikipedia

  • Геестемюнде — (Geestemünde) город в провинции Ганновер, отделенный от Бремергафена (см.) только Геестой, которая впадает здесь в Везер; 14200 жителей; чугунолитейные заводы, машинные фабрики, паровые мельницы, паровые пекарни; судостроение; производство… …   Энциклопедический словарь Ф.А. Брокгауза и И.А. Ефрона

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”