Shetlandinseln

Shetlandinseln

Shetlandinseln (spr. schétt-, Zetlandinseln, von den skandinavischen Seefahrern auch Hitlandinseln genannt), engl. Inselgruppe am Übergang der Nordsee in den Atlantischen Ozean, nordöstlich von Schottland ungefähr zwischen 60 und 61° nördl. Br. gelegen und von den südlicher gelegenen Orkneyinseln durch ein 80 km breites Meer getrennt, in dessen Mitte Fair Island liegt (s. Karte »Großbritannien«, Nebenkärtchen). Die S. bilden einen Archipel von 117 Eilanden, von denen aber nur 34 bewohnt sind, und haben (ohne Gewässer) einen Flächeninhalt von 1428 qkm (25,9 QM.) mit (1901) 28,185 Einw. Das Innere ist meist felsig, nackt und hügelig (Ronas oder Roeneß Hill 450 m); die Küsten sind steil und zerklüftet. Der Sommer ist kurz, aber heiß, der Winter naß, nebelig und stürmisch, jedoch selten mit anhaltendem Schnee. Im Hochsommer tritt in der Nacht nur Halbdämmerung ein; die langen Winternächte werden häufig durch Nordlichter erhellt. Die Vegetation ist sehr dürftig, nur einen einzigen Baum, 3 m hoch, gibt es auf den Inseln, aber Reste von Birkenwäldern findet man in den Torfmooren; der Ackerbau beschränkt sich auf etwas Gerste, Hafer, Flachs und Kartoffeln. Von Tieren gibt es kleine Pferde (shelties), starkknochiges Rindvieh, Schweine und Schafe, ferner Kaninchen, Seehunde, Fischotter, Seevögel, Fische und Austern. Die Einwohner sind normannischer Abkunft und protestantischer Konfession, sie sprechen ein mit normannischen Wörtern vermischtes Englisch. Fischerei ist Hauptbeschäftigung, nächstdem Ackerbau (auf 6533 Hektar) und Viehzucht (1902: 5669 Pferde, 18,784 Rinder, 116,096 Schafe). Die Industrie beschränkt sich auf Bereitung wollener und leinener Zeuge zum eignen Gebrauch, Stickerei in Wolle (auch zur Ausfuhr) und Kalkbrennerei. Kupfer kommt auf Fetlar vor. Der Handel mit den Landesprodukten und der Verkehr mit den Walfisch- und Haifischfängern sind nicht unbeträchtlich. Die Hauptinseln sind Mainland, Unst und Yell (s. d.). Die S. sind reich an vorgeschichtlichen Denkmälern (Cairns, Tumuli, Piktentürmen oder Broughs) und unterirdischen Wohnungen. Sie kamen 1469 durch Heirat an die schottische Krone und bilden mit den Orkneyinseln eine Grafschaft. Vgl. Cowie, Shetland (3. Ausg., Edinb. 1880); Tudor, The Orkneys and Shetlands, geology, flora, etc. (Lond. 1883); Spence, S. folklore (Berwick 1899); Goudie, Celtic and scandinavian antiquities of S. (Edinb. 1904); W. F. Clark, Story of S. (das. 1906).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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