Kostromá [2]

Kostromá [2]

Kostromá, russ. Gouvernement, wird im N. vom Gouv. Wologda, im O. von Wjatka, im S. von Nishnij Nowgorod und Wladimir, im W. von Jaroslaw begrenzt und umfaßt 84,149 qkm (1528 QM.). Das Land ist im allgemeinen flach und hat nur längs der Wolga einige Höhenzüge. Es wird von zahlreichen Flüssen, die alle dem Wolgasystem angehören, durchströmt; schiffbar davon sind sechs: die Wolga, die Kostroma, die Unsha, Wetluga, Neja und Wioksa. Die größten Seen sind: der See von Galitsch (77 qkm) und der von Tschuchloma. Das Klima ist rauh und hat kontinentalen Charakter. Die Bevölkerung betrug 1897: 1,429,228 Einw. (17 auf 1 qkm), sie ist fast ausschließlich russisch (nur 1600 Tscheremissen und 350 Tataren) und bekennt sich zur griechisch-orthodoxen Kirche. In wirtschaftlicher Hinsicht gehört K. zum sogen. zentralrussischen Industriegebiet, insbes. in seinem südwestlichen Teil, während es im N. und O. in die Waldzone übergeht. Vorherrschend sind Nadelhölzer, daneben Birken, Erlen, im S. auch Linden. Vom Areal sind 61 Proz. Wald, 20 Ackerland, 12 Wiesen, 7 Proz. Unland. Der Ackerbau tritt neben Waldnutzung und Industrie mehr in den Hintergrund; er umfaßt hauptsächlich Roggen, Hafer, etwas Weizen, Gerste. Größere Bedeutung hat der Flachsbau, insbes. im Kreise Nerechta. An der Wolga ist der Gemüsebau (namentlich Kohl) gut entwickelt. Der Viehbestand ist gering; man zählte 1895: 435,000 Stück Rindvieh, 258,200 Pferde, 439,000 Schafe und 27,000 Schweine. Die einst stark verbreitete Bienenzucht ist im Rückgang, ebenso die Fischerei, die nur in den beiden obengenannten Seen einige Bedeutung hat. Von Mineralschätzen werden nur Phosphate gewonnen (1897: 2,4 Mill. kg). Von größerer Bedeutung als alle diese Erwerbszweige ist die Hausindustrie (namentlich in Textilwaren, kleinen Metallwaren u. Filzstiefeln) und das Wandergewerbe. Die Bauern von K. sind besonders als Zimmerleute und Tischler geschätzt. Die Fabrikindustrie ist im südwestlichen Teil konzentriert. 1893 zählte man 288 Fabriken mit 31,300 Arbeitern und einer Produktion von 30 Mill. Rubel. An erster Stelle steht die Baumwollspinnerei (10 Mill. Rubel), es folgen die Flachsspinnerei (5 Fabriken mit 6 Mill. Rubel Produktionswert), die Baumwoll- und Leinweberei, ferner die Mühlenindustrie, die Branntweinbrennerei, Lederfabrikation, chemische Industrie etc. Der Handel wird durch die Schiffahrt auf der Wolga, Kostroma, Unsha und Wetluga unterstützt. K. zerfällt in zwölf Kreise: Buj, Galitsch, Jurjewez, Kineschma, Kologriw, K., Makarjew, Nerechta, Soligalitsch, Tschuchloma, Warnawin und Wetluga.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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