Heinitz

Heinitz

Heinitz, Friedrich Anton, Freiherr von, Staatsmann, geb. 24. Mai 1725 in Dröschkau bei Mühlberg a. d. Elbe, gest. 15. Mai 1802, studierte in Dresden und Freiberg das Bergfach, arbeitete dann praktisch in verschiedenen Gruben, wurde 1746 als braunschweigischer Hofjunker und Assessor am Bergkollegium in Blankenburg angestellt, 1747 zur Beilegung einer Differenz nach Schweden gesandt und 1748 zum Kammerrat befördert. Er reiste 1749 und 1751 in dienstlichen Angelegenheiten nach Ungarn und wurde 1753 zum Vizeberghauptmann ernannt. 1763 berief ihn der Kurfürst August III. als Generalbergkommissarius an die Spitze des sächsischen Bergwesens; als solcher rief er die Bergakademie in Freiberg ins Leben. 1774 nahm er den Abschied und lebte länger als zwei Jahre als Privatmann. Nachdem er 11/2 Jahr seinen Aufenthalt in Paris genommen und von dort auch London besucht hatte, wurde er 1777 als Minister und Berghauptmann an die Spitze des preußischen Bergwerks- und Hüttendepartements gestellt. Als solcher hat er sich unvergängliche Verdienste um das preußische Berg- und Hüttenwesen, namentlich in Schlesien, wo der Freiherr von Reden seine rechte Hand war, in den westfälischen Provinzen, der Grafschaft Mansfeld und im Salinenwesen erworben. In Schlesien bewirkte er den beispiellosen Aufschwung der Eisenindustrie, des Kohlenbergbaues und die Wiederbelebung des Tarnowitzer Blei- und Silberbergbaues, in den westlichen Provinzen reformierte er das Gewerkewesen und verbesserte den Bergbaubetrieb. 1782 stellte Friedrich d. Gr. ihn auch an die Spitze des Handels- und Fabriken- und 1783 auch an die des Zoll- und Akzisedepartements; er erbat aber 1784 seine Entlassung aus diesen Ämtern, da er wegen einer Kritik an der französischen Regie das Mißfallen des Königs erregt hatte. Zur Rechtfertigung seiner Amtsführung veröffentlichte er ein »Mémoire sur ma gestion du 40)° et 50)° département«. Friedrich Wilhelm II. übergab ihm 1786 das aus dem 3. und 4. Departement vereinigte Ministerium der rheinisch-westfälischen Lande nebst Neuchâtel und das Münz-sowie auch das Salzdepartement, das er aber 1795 aufgab, als der Minister Struensee den Ankauf englischen Salzes zum Nachteil der heimischen Produktion durchsetzte. H. war unstreitig der genialste Mann, den das 18. Jahrh. auf dem Gebiete des Bergwesens nicht nur, sondern auch dem der merkantilistischen Wirtschaftspolitik hervorgebracht hat, die er durch Rücksicht auf das Wohl des Volkes zu mäßigen und zu regeln wußte. 1785 wurde eine Schrift »Essai d'économie politique«, 1786 ein »Mémoire sur les produits du règne minéral de la monarchie prussienne et sur les moyens de cultiver cette brauche de l'économie politique« von ihm in Basel herausgegeben. Stein und Reden verdanken ihm ihre Geistesrichtung und Lebensstellung. Seine Biographie schrieb Steinecke in den »Forschungen zur brandenburgischen und preußischen Geschichte«, Bd. 15 (Leipz. 1902); vgl. auch Reimann, Abhandlungen zur Geschichte Friedrichs d. Gr. VI. (Gotha 1892) u. M. Lehmann, Stein, Scharnhorst und Schön (Leipz. 1877).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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