Hainan [1]

Hainan [1]

Hainan (chines. Kiungtschoufu), zur chines. Provinz Kwangtung gehörige Insel (s. die Karten »Hinterindien« und »Französisch-Indochina«), zwischen 20°13´ und 18°10´ nördl. Br., südöstlich vor dem Golf von Tongking und durch die 28 km breite Straße von H. von der Festlandshalbinsel Leitschou getrennt; mit rundlichem, etwas von SW. nach NO. verlängertem Umriß und einem Areal von 34,000 qkm und 21/2 Mill. Einw. Die nördlichen und westlichen Küsten sind flach, die steilern und felsigen südlichen und östlichen haben gute Häfen. Im N. erstreckt sich eine Ebene 70 km weit ins Land hinein. Das Innere erfüllt der vorwiegend granitische Gebirgsstock Wutschischan mit fünf bis 2000 m hohen, im Winter mit Schnee bedeckten Gipfeln (daher »Fünffinger-Berg«). Die Bewässerung ist sehr reichlich, für flache Boote fahrbar sind die bei Kiungtschou und unterhalb Wönntschang mündenden Flüsse. Die Flora ist der hinterindischen nahe verwandt. Die fast undurchdringlichen Wälder enthalten wertvolle Hölzer und Kokos-, Betel- und Arekapalmen in Menge; angebaut werden Reis, Zuckerrohr, Sesam, Tabak. Die Tierwelt weist Tiger, Rhinozeros, Hirsche, dem Orang-Utan ähnliche Affen, Schlangen, darunter eine Boa, und viele Insekten auf. Die Bienenzucht liefert viel Wachs, die Küsten sind reich an Fischen (auch Walen), Edelkorallen, Perlen. Von Mineralien sind Gold (aus dem Sande der Flüsse gewonnen), Silber, Kupfer, Edelsteine vorhanden, Salz gewinnt man aus dem Meerwasser. Das Klima ist heiß, in den Küstengegenden und hohen Berglandschaften kühler. Heiße Quellen sind zahlreich. Die Einwohner sind teils Chinesen (11/2 Mill.), deren Einwanderung seit 1370 (Einverleibung in die Provinz Kwangtung) begonnen hat, teils Eingeborne (Li). Letztere sind verwandt mit den Malaien und teils zivilisiert (Schuk-Li), teils wild (Schang-Li), leben ausschließlich von Jagd. Ihre Sprache ist mit der der Lao in Hinterindien verwandt. Die Insel ist sehr fruchtbar; ausgeführt werden namentlich Schweine, Geflügel (Eier), Zucker, Erdnußöl, Kokosnüsse, auch Agar-Agar und eßbare Schwalbennester über die Hauptstadt Kiungtschou (s. d.) mit dem Hafen Hoihau, der indes mehr und mehr versandet; besser ist Julinkan im S., dessen Umgegend indes nur einige Waldprodukte liefert. Die Einfuhr bringt hauptsächlich Baumwoll- und Wollwaren, Opium, Petroleum, Reis, Mehl, Bohnen und Erbsen. Ausfuhr 1901: 2,295,891, Einfuhr: 2,107,695 Haikuan-Taels; Schiffsverkehr 1901 rund 2,300,000 Ton., darunter 300,000 T. deutsche Schiffe. Die Insel bildet den Bezirk Kiungtschoufu und zerfällt in drei Abteilungen: Tantschou im NW., Jaitschou im S. und Wantschou im SO. In den letzten Jahren haben sich die Franzosen der Erforschung von H. mehr zugewendet. Vgl. Scott, Land und Leute auf H. (deutsch, Ilfeld 1885); F. Hirth, Chinesische Studien, Bd. 1 (Münch. 1890); Cl. Madrolle, L'empire de Chine. H. et la côte continentale voisine (Par. 1900).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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