Cassel [2]

Cassel [2]

Cassel, 1) David, jüd. Gelehrter, geb. 7. März 1818 in Glogau, gest. 22. Jan. 1893 in Berlin, studierte in Breslau und Berlin jüdische Theologie, war 1846–49 Direktor der Nauenschen Waisen-Erziehungsanstalt, nebenbei Lehrer an dem israelitischen Lehrerseminar und seit 1872 Dozent an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums zu Berlin. Außer kleinern zerstreuten Arbeiten und Ausgaben älterer jüdischer Schriftsteller (z. B. »Das Buch Kusari des R. Jehuda Halevi«, mit Übersetzung, 2. Aufl., Leipz. 1869, und das Buch Meor Enajim von Rossi, s.d.) veröffentlichte er: »Sabbat-Stunden«, Reden über die 5 Bücher Mos. (Berl. 1868); »Hebräisch-deutsches Wörterbuch« (6. Aufl., Bresl. 1898); »Geschichte der jüdischen Literatur« (Berl. 1872–73, 1. Abt., 2 Bde.); »Leitfaden für den Unterricht in der jüdischen Geschichte und Literatur« (8. Aufl., Frankf. 1890); »Lehrbuch der jüdischen Geschichte und Literatur« (Leipz. 1879; 2. Ausg., Frankf. 1896).

2) Paulus Stephanus (früher Selig), Gelehrter, Bruder des vorigen, geb. 27. Febr. 1821 in Glogau, gest. 23. Dez. 1892 in Friedenau bei Berlin, studierte in Berlin, führte 1851–56 die Redaktion der »Erfurter Zeitung« und erhielt, nachdem er 1855 zum evangelischen Glauben übergetreten war, eine Bibliothekarstelle in Erfurt. Seit 1859 in Berlin ansässig, 1866–67 Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses, wirkte er 1868–91 als Prediger an der Christuskirche daselbst. Er veröffentlichte eine große Anzahl religions- und kulturgeschichtlicher, besonders symbolischer Abhandlungen (teilweise gesammelt u. d. T.: »Vom Wege nach Damaskus, apologetische Abhandlungen«, Gotha 1872; »Aus Literatur und Symbolik«, Leipz. 1884; »Aus Literatur und Geschichte«, das. 1885), Gedichte, auch einige Dramen, und suchte während mehrerer Jahrzehnte durch seine wissenschaftlich-populären Vorträge, von denen ein Teil (wie die »Deutschen Reden«, Berl. 1871, 2 Tle.) ebenfalls im Druck erschien, auf die Volksbildung zu wirken. Der 1. (und einzige) Band seiner »Gesammelten Schriften« erschien in den »Jahrbüchern der königlichen Akademie der Wissenschaften« zu Erfurt von 1892; ebenda 1893 ein Nekrolog auf C. und Verzeichnis seiner Schriften von Tettau.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Cassel [2] — Cassel, David, Historiker, geb. 7. März 1818 in Glogau, Dozent an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin, gest. das. 23. Jan. 1893; schrieb: »Geschichte der jüd. Literatur« (2 Bde., 1872 73) u.a. – Sein Bruder Paulus… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Cassel — Cassel, Castel, auch Mont C., franz. Stadt, Depart. dü Nord, auf einem frei stehenden Hügel, mit 4340 E., Fabrikation von Leinwand, Spitzen, Tabak; Viehhandel …   Herders Conversations-Lexikon

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