Schlamm

Schlamm

Schlamm, eine Mischung von pulverförmigen anorganischen und organischen Substanzen mit viel Wasser. Man unterscheidet Flußschlamm und Meeresschlamm. Beiderlei Arten wirken durch ihren Gehalt an Mineralstoffen und organischen Substanzen düngend und verbessern oft auch die physikalische Beschaffenheit des Bodens. So dient bei Wiesen der S., den das überstauende Wasser mit sich führt, als Dünger, und seit alten Zeiten ist die durch den S. des Nils und des Mississippi herbeigeführte Fruchtbarkeit bekannt; mehrfach wird S. in großem Maßstab als Dünger benutzt (Meerschlamm in der Normandie). Einen wichtigen Bestandteil des Meerschlammes bilden lebende Wesen (Plankton), von den die chlorophyllhaltigen organische Substanz erzeugen und den vorhandenen niedern Tieren als Nahrung dienen. Auch die Reste abgestorbener Pflanzen und Tiere sinken in den Gewässern zu Boden und bilden einen S., der am Grunde der Seen und Meere weite Flächen bedeckt (Seekreide, Tiefseekreide, Globigerinenschlamm etc.). Mineralschlamm bildet sich oft bei Mineralquellen und besteht aus verwittertem Gesteinsmaterial, aus kohlensaurem Kalk und Eisenhydroxyd, die sich aus dem Mineralwasser abgeschieden haben, aus organischen Substanzen (Verwesungsresten von Pflanzen, die sich in dem S. angesiedelt hatten), durchtränkt mit dem Mineralwasser. In stillen Buchten an den Meeresküsten bilden sich ähnliche Ablagerungen, die wie die erstern in Form von Bädern (Schlammbäder, Seeschlammbäder) etwa bei denselben Leiden wie Moorbäder benutzt werden. Zur Bestimmung des in fließendem Wasser vorhandenen Schlammes hat Bouquet de la Grye ein Pelometer konstruiert.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Schlamm — bezeichnet ein Gemisch aus fein verteiltem Feststoff und einer vergleichsweise geringen Menge Flüssigkeit, meist, aber nicht notwendigerweise, entstanden durch Sedimentation. Inhaltsverzeichnis 1 Bedeutungen 2 Etymologie und umgangssprachlicher… …   Deutsch Wikipedia

  • schlamm — [ ʃlam ] n. m. • 1804; mot all. ♦ Techn. Résidu très fin qui provient du concassage, du bocardage d un minerai et de différentes opérations industrielles d affinage. ⇒SCHLAMM, subst. masc. INDUSTR. DU CHARBON, le plus souvent au plur.… …   Encyclopédie Universelle

  • Schlamm — Schlamm: Das erst von Luther ins Hochd. eingeführte Wort erscheint nach 1300 als mitteld. slam (Genitiv slammes) »Kot«, mnd. slam »Schmutz, Morast; Abfall beim Getreidemahlen«. Es lässt sich mit den nasalierten Formen aus der Wortgruppe um ↑… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Schlamm — [Aufbauwortschatz (Rating 1500 3200)] Bsp.: • Das Auto blieb im Schlamm stecken …   Deutsch Wörterbuch

  • Schlamm — Schlamm, 1) jede gepulverte u. mit einem flüssigen Körper vermischte feste Substanz; 2) das aus Planen gewaschne klare Erz, daher 3) der beim Schlämmen u. Waschen der Erze entstehende klare Abgang; 4) eine durch das Wasser in sehr feine Theile… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Schlamm — Schlamm, im Hüttenwesen das fein gepochte und durch das Wasser beim Schlämmen in den Schlammkasten abgesetzte Erz …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Schlamm — ↑Fango, ↑Morast …   Das große Fremdwörterbuch

  • Schlamm — Sm std. (14. Jh.) Stammwort. Herkunft unklar; früheste Bezeugung im niederdeutschen Gebiet. Falls das Wort alt ist, kommt vielleicht gr. lámpē f. Schaum, Schleim, Rotz , gr. lémphos Rotz, Schleim zum Vergleich in Frage. Verb: schlämmen; Adjektiv …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Schlamm — Le schlamm (de l allemand Schlamm « boue, vase ») désigne dans le domaine des charbonnages un mélange de fines poussière de charbon et d eau (et éventuellement d additifs, dont floculants), ayant l aspect d une liqueur ou boue noire de… …   Wikipédia en Français

  • Schlamm — Morast; Schlammablagerung; Mulm; Schlick; Baaz (bayr., österr.) (umgangssprachlich); Gatsch (österr.) (umgangssprachlich); Schmant; Matsch; Schmand; …   Universal-Lexikon

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